Demenz
ist für alle da.

Zielgruppen

Ein Nachbar, eine Freundin, die Bewohnerin der Pflegeeinrichtung oder der Besucher der Tagespflege – überall können wir auf Menschen mit Demenz treffen. Unsere Rolle kann in den verschiedenen Zusammenhängen aber ganz unterschiedlich sein. Ob ich im Arbeitskontext auf eine Person treffe, die ich vorher nicht kannte, oder im Privaten eine Freundin betroffen ist, mit der ich bereits seit vielen Jahren oder Jahrzehnten vertraut bin: Das ist ein großer Unterschied. Während mir im professionellen Rahmen ein offenes, neues Kennenlernen möglich ist unter den aktuellen Voraussetzungen, kann es im Freundeskreis die schmerzhafte Erkenntnis bedeuten, dass sich die Freundschaft rasant verändert hat und einem nun eine bekannte und gleichzeitig unbekannte Person gegenübersteht. Um den variierenden Bedürfnissen gerecht zu werden und unser Angebot individuell zu gestalten, haben wir unterschiedliche Zielgruppen im Blick.

Berufs- und Pflegeschulen

Sie haben eine Klasse oder Gruppe, bei der „Demenz“ Gegenstand des Lehrplans ist? Sie haben Schüler*innen, die in Arbeitsfeldern tätig sein werden, in denen sie mit Menschen mit Demenz oder deren Angehörigen in Kontakt kommen? Sie bekommen bei uns die Chance, sich dem Thema auf lebendige Art und Weise zu nähern und den Wissensschatz zu erweitern. Melden Sie sich für eine individuelle Absprache der Themenschwerpunkte, die genau zu Ihnen passen.

Kolping-Mitarbeitende

Sie arbeiten bei Kolping und haben ein persönliches Anliegen oder Fragen zum Thema Demenz? Bei einer Person in Ihrem Familien- oder Freundeskreis besteht der Verdacht einer Demenzerkrankung oder es wurde bereits eine Diagnose gestellt? Kommen Sie gerne mit Ihren Fragen und Anliegen auf uns zu und wir sprechen über mögliche Schritte. Die Beratung findet vertraulich und auf Wunsch auch anonym statt.

Kolpingfamilien

Sie treffen sich mit Ihrer Gruppe und wollen gerne einen thematischen Input? Kontaktieren Sie uns mit Ihren individuellen Wünschen und Vorstellungen und wir erstellen gemeinsam einen Plan für meinen Besuch bei Ihnen oder Sie kommen zu uns auf den Kolping Gutshof. Sie können Fragen rund um das Thema Demenz stellen oder ich halte einen Kurzvortrag und bereite praktische Aufgaben zur Selbsterfahrung vor.

Betreuungs- und Pflegekräfte

Sie kommen im Arbeitsalltag regelmäßig mit Menschen mit Demenz in Kontakt und erleben Herausforderungen im Umgang und in der Kommunikation mit ihnen? Wir können mögliche Handlungsszenarien für einzelne Situationen erarbeiten oder uns Kommunikationsformen anschauen und praktisch ausprobieren. Sie möchten für ein besseres Verständnis Selbsterfahrungen sammeln? Mit Hilfe des Demenzsimulators können wir vieles ermöglichen.

Besuchsdienste

Sie besuchen ehrenamtlich Senior*innen und erleben hierbei wunderliche Situationen, die Sie nicht einschätzen können oder Sie möchten darauf vorbereitet sein, wenn Sie eine Person mit Demenz besuchen? Gerne können wir Sie in das Thema Demenz einführen oder auch einzelne Situationen besprechen und Hilfestellungen für die Bewältigung aufzeigen. Oder haben Sie eigene Wünsche? Wir erstellen mit Ihnen auch einen individuellen Plan.

Die Aufgaben des Demenzsimulators zu bewältigen, war nicht so einfach, wie es aussieht. Jetzt kann ich mir gut vorstellen, dass es ganz schön schwierig sein muss dement zu sein und sich mit einer Demenz abfinden zu müssen. Auf der anderen Seite war es ein gutes Erlebnis. Trotzdem ich weit davon entfernt war, die Aufgaben zu schaffen, konnte ich sehr über mich lachen. Das war Scheitern hoch zehn. Ich bin selten so gerne gescheitert.

Bianca Hilmer
Kolping Verwaltungsgesellschaft mbH

Die Teilnahme am Demenzsimulator hat mir gezeigt, wie frustrierend es sein kann, wenn scheinbar einfache oder alltägliche Dinge nicht gelingen wollen. Daran versuche ich mich zu erinnern, wenn ich mit älteren Menschen in meinem Umfeld drohe die Geduld zu verlieren. Ich selbst werde wohl in ein paar Jahren auf Klettverschluss oder noch besser magnetische Verschlüsse bei Schuhen, Jacken, … umsteigen!

Sandra Schirmer
Referentin der Geschäftsführung, Kolping-Bildungswerk Paderborn gGmbH

Der Demenzsimulator war für mich eine wertvolle, selbstironische Erfahrung und hat mir die Begrenztheit meiner eigenen Fähigkeiten deutlich vor Augen geführt. Die Teilnahme daran hat mir große Freude bereitet, macht aber auch deutlich, warum Menschen mit Demenz für vermeintlich banale Aufgaben so lange brauchen. Das vergesse ich in der Dynamik des Alltags im privaten und beruflichen Umgang mit Menschen mit Demenz schon mal. Ich habe für mich mitgenommen, dass ich meinen Anspruch an Geschwindigkeit runterschrauben muss, sonst überfordere ich die Betroffenen massiv. Der Simulator hat die Wahrnehmung und damit auch den Respekt dafür geschärft, vor welchen Herausforderungen die Betroffenen stehen und was sie im Alltag leisten müssen.

Daniel Frattollino
Lehrer am Theresia-Gerhardinger-Berufskolleg Warburg-Rimbeck

Wie erschreckend schnell man an den Stationen an die Grenzen seiner Handlungsfähigkeit kommt. Wie schnell man Hilflosigkeit empfindet, weil man bei trivialen Aufgaben nicht mehr Herr seiner Handlungen zu sein scheint und an scheinbar winzigen, alltäglichen Hürden scheitert – das hat mich stark zum Nachdenken angeregt. Die Perspektive demenzkranker Menschen zu übernehmen und dadurch zumindest für einen Moment Gefühle wie Verwirrung, Selbstzweifel und Wut zu durchleben, hat bei mir einen langanhaltenden und tiefen Eindruck hinterlassen.

Sebastian Böhlen
Pädagogisches Team „Start off“