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Was uns ausmacht

Methoden- und Perspektivvielfalt, Erlebbarkeit und eine passgenaue Planung haben bei uns einen hohen Stellenwert. Ihre individuellen Bedarfe sind uns wichtig, daher gestalten wir ein maßgeschneidertes Programm für Ihre Gruppe, Fragestellungen und Wünsche. Dabei bestimmen Sie selbst die Themenschwerpunkte. Die Herangehensweisen an das Thema und die Zugangsmöglichkeiten zu Menschen mit Demenz sind vielfältig. Sie können sich dem Themenkomplex aus unterschiedlichen Perspektiven nähern: mit der Unterstützung von tierischen Begleitern, durch das Eintauchen in Erinnerungen oder auf der Suche nach verschwundenen Fähigkeiten mit dem Demenzsimulator. Es bieten sich reichlich Gelegenheiten für Selbsterfahrungen und eigenes Erleben.

Erinnerungsarbeit

Damals bei meiner Oma gab es samstags nach dem Hausputz Apfelkuchen. Schon während des Putzens roch es im ganzen Haus nach dem süßen Backwerk. Wenn ich samstags einen Großputz mache, habe ich dank dieser Erinnerung direkt Apfelkuchenduft in der Nase. Dieser Duft ist fest in meinem Gedächtnis verankert und auch ohne Kuchen in dieser Situation abrufbar und präsent, als würde das Gebäck tatsächlich im Ofen stehen. Manchmal backe ich sogar einen Apfelkuchen: damit ich nicht nur den Duft in der Nase habe, sondern die Leckerei auch wahrhaftig in der Hand halten kann. Unsere Erinnerung ist ein wundervolles Werkzeug, um in andere Welten einzutauchen. Dies können wir uns zunutze machen, um mit Menschen mit Demenz in eine gemeinsame Welt abzutauchen.

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Demenzsimulator 

Am eigenen Leib erfahren, wie sich eine Demenzerkrankung anfühlen kann – das macht der Demenzsimulator erlebbar. Mehrere Stationen laden ein, zu verschiedenen Aspekten einen ganzen Tagesablauf zu durchlaufen. Der Simulator steigert durch die Selbsterfahrung das Verständnis für Menschen mit Demenz und öffnet den Blick für deren manchmal spezielle Herangehensweisen an Aufgaben. Der Umgang mit Frust und Scheitern gehört zum Simulator genauso dazu wie die Freude und der Spaß an den Aufgaben und ihren Herausforderungen. Ein sehr lebendiger Zugang zum Thema Demenz, der eine gute Grundlage für Gespräche bietet.

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Tiergestützte Arbeit

Auf dem Gutshof in Großeneder können Seminare und Vorträge mit einer tierischen Einheit kombiniert werden. Ob Katze, Hund, Schaf, Pony oder eine andere auf dem Hof ansässige Tierart – sie alle können uns im zwischenmenschlichen Kontakt unterstützen. Die Tiere bieten einen Zugang zu den Menschen, den wir ohne sie manchmal nicht bekommen. In der tiergestützten Arbeit nutzen wir die Zeit mit den tierischen Begleitern nicht nur, um diesen Effekt selbst zu genießen, sondern auch um über Tiere und über Menschen mit Demenz zu sprechen. Wir besprechen, wie uns Tiere helfen können in Kontakt zu kommen, wie sie allein durch ihre Anwesenheit eine Veränderung bewirken. Wie sie Erinnerungen wecken und Nähe zulassen. Sollten Sie einen Besuch bei sich bevorzugen, können uns unsere Hunde auch zu Ihnen begleiten.

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Individualität und Lebendigkeit

Aus dem Spektrum der verschiedenen Themen stellen wir eine zu Ihren Wünschen und Bedarfen passende Mischung zusammen. Hierbei planen und überlegen wir gemeinsam, welche Form und welcher Aufbau der Veranstaltung, welche inhaltlichen Schwerpunkte, welch zeitlicher Rahmen und Durchführungsort sich für Sie anbieten. Zum Seminar- und Vortragsangebot gehört auch die praktische Anwendung des Erlernten. Sie dürfen Erfahrungen sammeln und sich ausprobieren.

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Die Aufgaben des Demenzsimulators zu bewältigen, war nicht so einfach, wie es aussieht. Jetzt kann ich mir gut vorstellen, dass es ganz schön schwierig sein muss dement zu sein und sich mit einer Demenz abfinden zu müssen. Auf der anderen Seite war es ein gutes Erlebnis. Trotzdem ich weit davon entfernt war, die Aufgaben zu schaffen, konnte ich sehr über mich lachen. Das war Scheitern hoch zehn. Ich bin selten so gerne gescheitert.

Bianca Hilmer
Kolping Verwaltungsgesellschaft mbH

Die Teilnahme am Demenzsimulator hat mir gezeigt, wie frustrierend es sein kann, wenn scheinbar einfache oder alltägliche Dinge nicht gelingen wollen. Daran versuche ich mich zu erinnern, wenn ich mit älteren Menschen in meinem Umfeld drohe die Geduld zu verlieren. Ich selbst werde wohl in ein paar Jahren auf Klettverschluss oder noch besser magnetische Verschlüsse bei Schuhen, Jacken, … umsteigen!

Sandra Schirmer
Referentin der Geschäftsführung, Kolping-Bildungswerk Paderborn gGmbH

Der Demenzsimulator war für mich eine wertvolle, selbstironische Erfahrung und hat mir die Begrenztheit meiner eigenen Fähigkeiten deutlich vor Augen geführt. Die Teilnahme daran hat mir große Freude bereitet, macht aber auch deutlich, warum Menschen mit Demenz für vermeintlich banale Aufgaben so lange brauchen. Das vergesse ich in der Dynamik des Alltags im privaten und beruflichen Umgang mit Menschen mit Demenz schon mal. Ich habe für mich mitgenommen, dass ich meinen Anspruch an Geschwindigkeit runterschrauben muss, sonst überfordere ich die Betroffenen massiv. Der Simulator hat die Wahrnehmung und damit auch den Respekt dafür geschärft, vor welchen Herausforderungen die Betroffenen stehen und was sie im Alltag leisten müssen.

Daniel Frattollino
Lehrer am Theresia-Gerhardinger-Berufskolleg Warburg-Rimbeck

Wie erschreckend schnell man an den Stationen an die Grenzen seiner Handlungsfähigkeit kommt. Wie schnell man Hilflosigkeit empfindet, weil man bei trivialen Aufgaben nicht mehr Herr seiner Handlungen zu sein scheint und an scheinbar winzigen, alltäglichen Hürden scheitert – das hat mich stark zum Nachdenken angeregt. Die Perspektive demenzkranker Menschen zu übernehmen und dadurch zumindest für einen Moment Gefühle wie Verwirrung, Selbstzweifel und Wut zu durchleben, hat bei mir einen langanhaltenden und tiefen Eindruck hinterlassen.

Sebastian Böhlen
Pädagogisches Team „Start off“